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..., tu felix Austria, nube!*

In Wien hat sich bisher Unerhörtes zugetragen - einem Vater wurde das Sorgerecht über seinen heute vierjährigen Sohn übertragen. Doch hat er die Rechnung ohne die Mutter gemacht: Sie liess ihn ins Gefängnis werfen, um selbst das Sorgerecht zu erhalten - mit Erfolg!

Doch der Reihe nach:

Die 23-Jährige war im Sommer 2006 erstmals auf ein Kommissariat in Wien-Donaustadt marschiert und behauptete, der Mann habe ihr gedroht, er werde ihre neuerliche Schwangerschaft vorzeitig beenden und ihr das Kind bei lebendigem Leib aus dem Bauch schneiden. Weil der 26-Jährige vorerst auf freiem Fuß verblieb, zeigte ihn die Frau weiter an. Sie behauptete nun, er habe ihr aufgelauert, sie beschimpft und verletzt. Sie gab zu Protokoll, er habe ihr eine brennende Zigarette ins Gesicht geworfen und sie sogar mit einem Messer gestochen.

Die Staatsanwaltschaft sah schließlich Handlungsbedarf und beantragte wegen neuerlicher Tatbegehungsgefahr U-Haft. Der 26-Jährige wanderte ins Gefängnis, wo er über drei Monate blieb - völlig zu Unrecht, wie sich schliesslich in seinem Prozess herausstellte.

Sein Verteidiger konnte nämlich mittels des Handys seines Mandanten nachweisen, dass dieser zum Zeitpunkt eines behaupteten Übergriffs an einem völlig anderen Ort gewesen war. Das ergab eine nachträgliche Standortpeilung. Außerdem legte der Mann einen Beleg vor, der einwandfrei bewies, dass er während einer angeblichen körperlichen Bedrohung am Postamt eine Sendung abgeholt hatte. Eine Rufdatenrückerfassung wiederum belegte, dass es keine telefonischen Drohungen gegeben haben konnte.

Der Freispruch kam für den Wiener insofern zu spät, als das Sorgerecht für den vier Jahre alten Sohn mittlerweile an die Frau übergegangen war. Er hat dieses bis heute nicht zurückerhalten. "Er muss bitten und betteln, wenn er das Kind sehen will", berichtete sein Anwalt. Nicht ein Mal zu Weihnachten war es dem Vater möglich, seinen Sohn zu treffen, da sich seine Ex-Freundin dagegen sperrte.

Diese zeigte sich nun vor der Richterin teilweise geständig. Ihr Ex-Freund neige zu Gewalttätigkeiten, sie habe die Anzeigen als "einziges Mittel" gesehen, um zu ihrem Kind zu kommen, führte ihr Anwalt ins Treffen. Die 23-jährige Frau ist wegen Verleumdung und falscher Zeugenaussage zu neun Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

 

* dt.: ".., du, glückliches Österreich, heirate!" Der Ausspruch geht auf die Neuzeit zurück. Damals gelang es dem Österreichischen Kaiserreich, sich durch eine geschickte Heiratspolitik zu vergrössern. Andere Länder dagegen zogen in verheerende Kriege, um ihr Territorium zu vergrössern.

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Das Beispiel zeigt sehr gut, dass beim Krieg gegen Väter alle denkbaren Mittel willkommen sind und von der Justiz gerne in Anspruch genommen werden. Es ist tatsächlich ein Hohn, dass die mit grosser krimineller Energie vorgenommene wiederholte und gezielte Verleumdung mit der Zuteilung des Sorgerechts belohnt wird und diese Frau ungestraft ein Besuchsrecht boykottieren darf. Dazu passt auch, dass sie selbst für ihr Vergehen nur zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt wird, während der völlig unschuldige Vater nur aufgrund der fragwürdigen Aussagen einer einzigen Zeugin über drei Monate ins Gefängnis geworfen wurde. Man sieht - in Österreich als Mann Kinder auf die Welt zu stellen ist kein Zuckerschlecken mehr.

Wer nun aber glaubt, dass in der Schweiz alles anders und besser ist, irrt gewaltig. Zunächst wäre die Erteilung des Sorgerechtes an einen unverheirateten Vater trotz erwiesener Erziehungsfähigkeit äusserst unwahrscheinlich - viel eher versenkt man das Kind in einer Pflegefamilie - das ist auch gut für das Bruttosozialprodukt. Aber auch die Zürcher Justiz hat ein mannschafft-Mitglied vor kurzem über drei Wochen ohne jeglichen Beweis ins Gefängnis geworfen - die unbewiesene Aussage einer Verwandten der Kindsmutter (die danach in die Karibik in die Ferien geflogen ist) war ausreichend.

Man sieht, dass die beiden Austragungsländer der Fussball-Europameisterschaft 2008 auch in Sachen 'Krieg gegen Väter' sehr ähnlich ticken. Wir wissen nicht, wie sich Österreich und die Schweiz auf dem Fussballfeld schlagen werden - den Europameister-Titel in der Disziplin 'Väterunterdrückung' haben sie aber bereits heute auf sicher.