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Ein grosser Tag für Zürich!

Monika Stocker, die Herrscherin über die Stadtzürcher Sozialbürokratie, hat heute abgedankt. Dies ist ein Tag der Freude - nun hat die Stadt Zürich eine echte Chance, von ihrem Krieg gegen ledige und geschiedene Väter weg zu kommen sowie die Instrumentalisierung von Kindern für den Geschlechterkampf zu beenden.

Die Ära Stocker war gekennzeichnet durch ihr schier unerträgliches Ausmass an Überheblichkeit, mit der sie und ihr Apparat der Aussenwelt begegnet sind. Die Arroganz, die das System Stocker gegenüber den in der Presse bekannt gemachten Fälle von Missbrauch der wirtschaftlichen Sozialhilfe an den Tag gelegt hat, war jedoch nur die Spitze eines Eisbergs von Selbstherrlichkeit und messianischem Sendungsbewusstsein. Zahllos sind die Fälle, in denen sich Sozialdepartement und Vormundschaftsbehörde einen frivolen Umgang mit rechtsstaatlichen Prinzipien leisten konnten - wobei eine willfährige Justiz sowie zahllose Gummiparagraphen dem System Stocker tatkräftige Beihilfe geleiset haben.

Mit dem Ende des Stocker-Staates öffnen sich nun neue Horizonte in der Stadtzürcher Sozialpolitik. Unerlässlich ist zunächst eine konsequente Durchforstung der institutionellen Verflechtungen in der Sozialbürokratie. Im heutigen System kontrolliert sich das Sozialdepartement weitgehend selbst - so ist dessen Vorsteher gleichzeitig Präsident der Sozialkommission des Gemeinderates. Was dabei herauskommt, hat die an Lächerlichkeit nur schwer zu überbietende Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission vorgeführt. Auch die Vormundschaftsbehörde, welche theoretisch die Möglichkeit hätte, in gewissen Fällen die Arbeit des Sozialdepartementes zu korrigieren, wird vom Vorsteher des Sozialdepartements präsidiert. Ironischerweise hat dieser dort überhaupt keine Entscheidungsbefugnis - dagegen war die Swissair ein Muster an Organisation und Verantwortung. Eine solche Organisation verhöhnt auch die elementarsten Grundsätze der 'good governance', wie sie heute von jeder grösseren Firma eingefordert werden (und wie sie die linksfeministische Bundesrätin Calmy-Rey als Schweizerischer Exportartikel von ihrer Entwicklungshilfe in der ganzen Welt predigen lässt).

Was das Sozialdepartement dringend braucht, ist eine neue Führungskultur - vor allem aber Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Diese mit der alten Garde von Spitzenbeamtinnen herzustellen dürfte sehr schwierig sein. Wir brauchen eine Sozialarbeit, die ihre Klienten und ihre Anliegen ernst nimmt - auch die Väter, die bisher lediglich als ärgerliche Störenfriede für den alleinigen Herrschaftsanspruch von egomanischen Müttern über ihre Kinder sowie als wandelnde Goldesel betrachtet werden. Offenheit, Transparenz und kooperatives Handeln, vor allem aber die Ausrichtung an allgemeinen Menschen- und Kinderrechten sollten im 'neuen' Sozialdepartement selbstverständlich werden. Der rechtsstaaliche Rahmen sollte zur Grundlage für die Aufgabenerfüllung werden - und nicht mehr nur ein lästiges Korsett, für welches Heerscharen von Hausjuristen die Willkür des Sozialapparates gerade biegen sollen.

mannschafft wird in den nächsten Wochen und Monaten einen 'Code of Conduct' erarbeiten, mit dem eine klientenzentrierte Sozialarbeit im Familienbereich erreicht werden kann. Konstruktive Beiträge dazu sind willkommen.