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Kindesentführungen: In 3/4 der Fälle verschleppt die Mutter

Die veröffentlichte Meinung ist das eine, Fakten etwas anderes. Gemäss landläufiger Meinung sind es in erster Linie Väter, die ihre Kinder aus ihrem gewohnten Lebensumfeld in Ausland verschleppen. Tatsache ist jedoch, dass solche bedauernswerte Kinder in erster Linie Opfer ihrer Mütter werden. Dies bestätigen die aktuellen Zahlen, die das Bundesamt für Justiz letzte Woche bekannt gegeben hat.

Danach liegt der Anteil der entführenden Mütter im Jahr 2007 bei 74 % von 66 Anträgen auf Rückführung. Bei der Verweigerung des Besuchsrechts war der Anteil der Mütter noch höher (86 % der Fälle). Von den neuen Rückführungs- und Besuchsanträgen waren 127 Kinder betroffen. Ihr Durchschnittsalter betrug rund sechs Jahre.

Insgesamt hat die Zentralbehörde zur Behandlung internationaler Kindesentführungen im Jahr 2007 197 Fälle behandelt, davon sind 95 in jenem Jahr neu dazu gekommen. Die Zahl der aus der Schweiz ins Ausland entführten Kinder ist deutlich höher als jene, die widerrechtlich in die Schweiz verschleppt werden (67 neue Anträge der Schweiz ans Ausland gegenüber 28 aus dem Ausland).

Die vollständige Pressemitteilung des Bundesamtes für Justiz können Sie hier lesen.