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Scheidungswaisen: Grosseltern organisieren sich

Wenn im Rahmen von Trennung und Scheidung der Vater aus dem Leben seiner Kinder entfernt wird, leiden nicht nur diese darunter. Grosseltern sind wichtige Bezugs- und Orientierungspersonen, vor allem für kleinere Kinder. Die Zerstörung der familiären Bindungen trifft deshalb auch die Grosseltern. Eine Initiative engagierter Grosseltern möchte dies nun ändern - auch in der Schweiz. 

Wenn im Rahmen einer Trennung oder Scheidung die Beziehung auseinander bricht, leiden vor allem die betroffenen Kinder darunter. Vormundschaftsbehörden und Scheidungsrichter beschränken den Kontakt von Kindern mit einem Elternteil häufig auf ein absolutes Minimum. Dies trifft nicht nur die betroffenen Väter und ihre Kinder. Häufig wird vergessen, dass auch die Eltern dieser Väter eine herzliche und liebevolle Beziehung zu ihren Grosskindern aufgebaut wird, die durch den Eingriff des Staates weitgehend zerstört wird. Diese Grosseltern müssen erleben, wie sich der Kontakt zu ihren Grosskindern abrupt verliert. Allenfalls können sie an einigen der wenigen Stunden, die ein nicht sorgeberechtigter Vater mit seinen Kindern verbringen kann, teilhaben.

Mit der gezielten Ausschaltung von Vätern und Grosseltern aus dem Leben der von Trennung und Scheidung betroffenen Kinder (es soll hier noch einmal erinnert werden, dass z.B. die Vormundschaftsbehörde der Stadt Zürich den Vätern unverheirateter Kleinkinder ein Besuchsrecht von gerade einmal sechs Stunden im Monat gewährt), zerstört der Staat nicht nur äusserst wertvolle soziale Bindungen, die er später nur mit grossem finanziellen Aufwand notdürftig reparieren muss. Er tritt auch ein menschliches Grundrecht mit Füssen - die Beziehung zwischen den verschiedenen Generationen einer Familie.

Dagegen wehrt sich nun die neu gegründete Grosselterninitiative. In ihr schliessen sich engagierte Grosseltern zusammen, um die Beziehung zwischen Grosseltern und Grosskindern auch bei einer Trennung aufrecht zu erhalten. Bis heute gibt es im schweizerischen Recht nur einen Artikel, der theoretisch anderen Personen als den Eltern einen Kontakt zu den betroffenen Kindern gewährt. Die Grosselterninitiative fordert deshalb vom Staat eine Berücksichtigung dieser Anliegen - allerdings nicht zulasten der bereits sehr geringen Kontaktmöglichkeit der betroffenen Väter.

Wir wünschen der Grosselterninitiative eine gedeihliche Entwicklung. Ihr Anliegen ist mehr als gerechtfertigt, weil die Erhaltung familiärer Bindungen trotz Trennung und Scheidung ein wertvolles Anliegen ist. Wer selbst betroffen ist oder betroffene Grosseltern kennt, soll sich bei der Grosselterninitiative melden. Viele Kinder, die ihre Grosis vermissen, werden es Ihnen danken!

 

Website der Grosselterninitiative

Beobachter-Artikel 23.12.08