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Männliche Opfer verlieren Hilfsangebot

Der Kanton Zürich streicht seine Unterstützungsprogramme für männliche Opfer von Gewalt zusammen. Damit sollen angeblich fachliche und betriebswirtschaftliche Synergien geschaffen werden. Ende Jahr übernimmt die Opferberatungsstelle die Beratung männlicher Opfer von Gewalt sowie von Verkehrsopfern. Wir fragen: Weshalb wird nur die Beratung männlicher Opfer gekürzt?

Männer stellen in den Statistiken nicht nur den überwiegenden Anteil der Täter, sondern auch der Opfer. Diese Tatsache wird gerne unter den Teppich gekehrt. Nun soll im Kanton Zürich eine auf männliche Opfer von Gewalt spezialisierte Beratungsstelle verschwinden. Von Gewalt betroffene Männer sollen sich in Zukunft an die allgemeine Opferberatungsstelle wenden. Der Zürcher Regierungsrat begründet diese Massnahme mit fachlichen und betriebswirtschlaftlichen Optimierungen, die sich mit der Streichung dieser Beratungsstellen erzielen lassen sollen. Die betroffenen Stellen seien sehr kleine Stellen, die im Gegensatz zu anderen, ebenfalls kleinen Opferberatungsstellen, nicht Teil einer grösseren Organisation sind.

Einmal mehr werden im Kanton Zürich Männer im Regen stehen gelassen. Die Argumentation des Regierungsrates ist wenig stichhaltig. Wenn der mit Abstand grössten Opfergruppe eine spezifische Beratung versagt wird, muss die Frage erlaubt sein, weshalb eine zahlenmässig wesentlich geringere Opfergruppe wie die weiblichen Opfer von Gewalt auf ein üppiges, weit ausdifferenziertes Beratungsangebot zurückgreifen soll. Auch die Begründung mit der Organisationsgrösse ist äusserst fragwürdig. Zentral bei der Beurteilung von Beratungsleistungen ist deren Qualität, nicht deren organisatorischer Hintergrund.

Angesichts dieser offensichtlichen Missverhältnisse zwischen Opferzahlen und Beratungsstellen gäbe es wohl auch für die Beratung von weiblichen Opfern grosses Rationalisierungs- und Sparpotenzial. Dies scheint jedoch für den Regierungsrat kein Thema zu sein.

Bei den zahlreichen Frauenorganisationen, die von Stadt und Kanton Zürich unterstützt werden, ist Grösse kein Kriterium - in Gegenteil. Nicht wenige Organisationen benützen das üppige staatliche Manna, um damit ihr sektiererisches Radikalfeministentum unter die Leute (oder besser: in den Staatsapparat) zu bringen, wie viele von Trennung und Scheidung betroffene Väter leidvoll berichten können. Dies ist es wohl, was der Regierungsrat mit 'Teil einer grösseren Organisation' gemeint hat: Wer staatliches Geld erhält, sollte damit wohl auch eine Propagandaabteilung betreiben.

Es zeigt sich einmal mehr, dass im Kanton Zürich alle gleich behandelt werden. Nur einige gleicher. Ein Hoch auf die Gleichstellung!

Communiqué Kanton Zürich