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Studie belegt: Mehr Misshandlungen durch Alleinerziehende

In gewissen Kreisen stellen allein erziehende Eltern eine moderne Form des Märtyrertums dar - insbesondere wenn es sich dabei um Frauen handelt. Von selbstsüchtigen Männern im Stich gelassen, stemmen sie heroisch die Dreifachbelastung von Kindern, Küche und Karriere - so das Klischee. Allzuoft vergessen geht, dass die abwesenden Väter in vielen Fällen mit der Unterstützung des Staates aus ihrer Rolle bei der Kindererziehung herausgemobbt werden. Damit mag zwar der in der Scheidungsindustrie vorherrschenden Ideologie Genüge getan werden - auf Kosten der betroffenen Kinder. Eine der Schattenseiten des Alleinerziehenden-Mythos zeigt nun eine Studie des Leipziger Kinderzentrums auf. Sie belegt, dass Kinder von allein Erziehenden überdurchschnittlich oft Opfer von Misshandlungen werden.

Kinder allein erziehender Elternteile sind einer Studie des Leipziger Kinderzentrums zufolge häufig von Misshandlung durch ihre Mutter oder ihren Vater betroffen. Insgesamt 53 Prozent der Mütter und zehn Prozent der Väter, die in der am Freitag in Leipzig vorgestellten Studie erfasst wurden, seien allein erziehend gewesen. Sechseinhalb Jahre lang hatten Mediziner der Universitätsklinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche am Kinderzentrum der Universität Leipzig insgesamt 59 Fälle von Kindersmisshandlung erfasst. Die Zahl der Verdachtsfälle habe allerdings über hundert gelegen.

Aufgrund der Zahlen werte die Studie die alleinige Erziehung durch ein Elternteil als einen potenziellen Risikofaktor für Kindesmisshandlung in Leipzig. Eine mögliche Ursache ist nach Ansicht der Mediziner, dass allein erziehende Eltern akut oder latent überfordert sind. Besonders hoch fiel nach Angaben eines Universitätssprechers die Zahl der Fälle aus, in denen die Kinder körperlich misshandelt wurden. Sichtbares Zeichen dafür seien meist Blutergüsse an Oberschenkeln und Oberarmen gewesen. Auch die Gesichts- und Halsregion der Kinder war betroffen. Außerdem diagnostizierten die Ärzte des Kinderzentrums Knochenbrüche, darunter auch schwere Schädelfrakturen.

Der Beruf der Eltern lasse keinen Rückschluss auf eine mögliche Kindesmisshandlung zu. Auch das Alter der Mütter und Väter sei für keine Misshandlungsform der Studie relevant gewesen. Nicht unterschätzt werden darf der Studie zufolge die Vernachlässigung als Form der Kindesmisshandlung. Dabei wurden sowohl die Fälle der körperlichen wie auch die der emotionalen Vernachlässigung gezählt.