,

PAS: GeCoBi fordert Strafnorm

Am 25. April wird der internationale PAS-Tag begangen. PAS steht für Parental Alienation Syndrome. Dieses tritt auf, wenn bei Trennungen und Scheidungen der obhutsberechtigte Elternteil (in unserem Lebenskontext in der Regel Mütter) sein Kind so manipuliert, dass es eine Beziehung zum nicht obhutsberechtigten Elternteil (heute bei uns in der Regel der Vater) ablehnt. GeCoBi, der Dachverband von mannschafft, möchte nun das Verbot dieser für Kinder so verheerenden Manipulation auch im Strafrecht verankern.

Eine induzierte elterliche Entfremdung (PAS) liegt dann vor, wenn ein Elternteil durch seine implizit oder explizit ausgenutzte Vertrauensstellung das Kind so weit bringt, den Kontakt mit dem anderen Elternteil abzulehnen, ohne dass dafür ein konkreter Grund wie etwa Vernachlässigung oder Gewaltanwendung vorliegt. Dass PAS existiert, wird nicht einmal von feministischen Kreisen bestritten.

Der Einsatz von PAS als Waffe in der Auseinandersetzung mit dem Ex-Partner stellt eine massive Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit des Kindes dar. Es handelt sich dabei um eine perfide Form des emotionalen Missbrauchs eines Kindes, der ähnlich verheerende Folgen für dessen Psyche haben kann wie ein sexueller Missbrauch. Kindesmissbrauch zeichnet sich dadurch aus, dass ein Kind nicht als Persönlichkeit geachtet wird, sondern ohne Rücksicht auf dessen Befindlichkeit als Instrument der Machtausübung und/oder der persönlichen Triebbefriedigung benutzt wird. Beim emotionalen Missbrauch durch PAS findet der Täter oder die Täterin die Befriedigung im Leiden des Ex-Partners, das durch die Entfremdung des Kindes ausgelöst wird. In beiden Fällen nimmt die Täterschaft für die Ausübung von Macht über das Kind dessen schwere psychische Schädigung billigend in Kauf.

Aus rechtlicher Sicht schreibt bereits heute das ZGB (Art. 274.1) den Eltern eine gegenseitige Wohlverhaltenspflicht vor und verbietet eine Instrumentalisierung des Kindes:

Der Vater und die Mutter haben alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Aufgabe der erziehenden Person erschwert.

Da ihr jedoch aufgrund der mangelnden Verbindlichkeit die Durchsetzbarkeit fehlt, bleibt diese sinnvolle Vorschrift ein zahnloser Papiertiger. GeCoBi findet es deshalb angebracht, dem ZGB-Artikel 274.1 durch eine Strafnorm im Strafgesetzbuch Nachachtung zu verschaffen.

Damit verbindet GeCoBi jedoch nicht die Illusion, dass sich mit einem Strafartikel sämtliche Fälle von PAS unterbinden lassen. Bei den eklatantesten Fällen dieser Form des Kindesmissbrauchs lassen sich die Täter zur Rechenschaft ziehen. Darüber hinaus weist eine solche Strafnorm erheblichen abschreckenden Charakter auf. Dies umso mehr, wenn sie mit einem drohenden Entzug der elterlichen Verantwortung gekoppelt wird, was angesichts der Schwere der Beeinträchtigung der kindlichen Psyche auch mehr als angezeigt ist.