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Italien: Mutter muss Kinder wegen Besuchsrechtsverweigerung Schadenersatz zahlen

Italien ist nicht das Land der Muttervergötterung, als das es gerne gesehen wird. Es hat bereits vor drei Jahren die gemeinsame Elternschaft als Regelfall eingeführt – etwas wovon wir in der Schweiz trotz der angekündigten Pseudoreform noch meilenweit entfernt sind. Dass diese Gesetze nicht nur Papiertiger sind, bekommen jetzt auch jene Mütter zu spüren, die Kindern und ihren Vätern den Kontakt zueinander verweigern.

In Acireale bei Catania auf Sizilien wurde nun ein 13-jähriger Junge als Nebenkläger im Prozess gegen seine Mutter zugelassen, die das Besuchsrecht des Vaters hintertrieben hatte. Die Richterin Maria Pia Urso hat neben der Strafklage des Vaters auch das Recht des Jungen anerkannt, seine Mutter auf Schadenersatz aufgrund der verweigerten Beziehung zu seinem Vater zu verklagen. Die Verhandlung ist auf den 21. Oktober festgelegt.

Dann wird die Richterin entscheiden, ob und wenn ja, wie viel Schmerzensgeld der Knabe erhalten wird. Seine Chancen stehen gut; bereits haben Gerichte in Varese und Florenz in ähnlichen Fällen Mütter zu Schmerzensgeldzahlungen verurteilt, die ihren Kindern die Beziehung zum Vater verweigert hatten. In Florenz musste eine Mutter für die Verweigerung von Wochenendkontakten und Sommerferien EUR 650 an den Sohn und EUR 350 als Schmerzensgeld an den Vater zahlen.

Der Vertreter der Väterorganisation von Catania weist richtigerweise darauf hin, dass die Besuchsrechtsverweigerung ein Mehrfachvergehen ist: Nicht nur verletzt sie das Recht des Kindes und des Vaters auf eine Beziehung zueinander, sondern die stellt auch eine Verletzung rechtsstaatlicher Grundsätze wie die Einhaltung von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen dar. Deshalb fordert GeCoBi , der Dachverband von mannschafft, im Rahmen der hängigen Reform zur gemeinsamen elterlichen Sorge auch in der Schweiz nicht nur endlich eine wirksame Bestrafung der entziehenden Mütter, sondern auch ihrer Helfershelfer in den Amtsstuben.

Umso unverständlicher ist es, dass sich Parteien und Organisationen aus dem linksfeministischen Milieu an der Straffreiheit für eine solche Beziehungszerstörung festhalten wollen. Besonders stossend ist dies für die Organisation, die sich Kinderschutz Schweiz nennt, aber sich offenbar das Deckmäntelchen des Kinderschutzes umhängt, um sich als Trojanisches Pferd feministischer Fundamentalisten an staatlichen und privaten Fleischtöpfen laben zu können.