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Steuerfreie Alimente auch für erwachsene Kinder?

In einer parlamentarischen Motion verlangt der Berner Nationalrat Adrian Amstutz (SVP), dass die Alimente an erwachsene Kinder in Ausbildung steuerlich absetzbar werden sollen. Damit sollen die Unterhaltszahlungen an erwachsene Kinder gleich wie jene an minderjährige Kinder behandelt werden. 

 Der Text von Amstutzs Antrag lautet:

Der Bundesrat wird beauftragt, die notwendigen Gesetzeserlasse dahingehend anzupassen, dass bei geschiedenen oder getrennt lebenden, alimentenpflichtigen Eltern die steuerliche Abzugsfähigkeit der Alimentenzahlungen erhalten bleibt, sowohl bei einer hälftigen Aufteilung des Kinderabzuges wie auch nach Erreichen der Volljährigkeit der Kinder, sofern die Kinder noch in Ausbildung stehen.

Begründung: Gemäss dem Vorschlag des Bundesrates wäre neu eine hälftige Aufteilung des Kinderabzuges zwischen geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern möglich, jedoch nur unter Verzicht auf die steuerliche Abzugsfähigkeit der Alimentenzahlungen. Die alleinige Aufteilung des Kinderabzuges darf jedoch nicht zu einer steuerlichen Bestrafung des alimentenpflichtigen Elternteils führen. Die Argumentation, eine doppelte Entlastung (Kinderabzug und Abzug für Alimente) müsse vermieden werden, ist rein formeller Natur und dient hier lediglich der Umgehung einer echten Entlastung von geschieden oder getrennt lebenden Eltern und deren Kindern. Ebenso ist der Wegfall der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Alimentenzahlungen bei Erreichen der Volljährigkeit der Kinder ungerecht, da sich weder die familiäre noch die finanzielle Situation materiell geändert haben, solange die Kinder noch in Ausbildung stehen. In beiden Fällen führt der Verlust der Abzugsfähigkeit für den alimentenpflichtigen Elternteil zu einer Erhöhung der Steuern und kann diesen damit in grosse finanzielle Schwierigkeiten bringen. Dies muss in einer wirklich familien- und kindergerechten Lösung unbedingt vermieden werden.