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England wirft "Batman" für sechs Monate ins Gefängnis

Das englische Justizsystem ist nicht zimperlich, wenn es darum geht, Systemkritiker ins Gefängnis zu werfen. Dies musste auch der Väteraktivist Geoff Hibbert am eigenen Leib erfahren. Für seinen mutigen Stunt im Batman-Kostüm wird der nicht vorbestrafte Vater einer Tochter nun für ein halbes Jahr weggesperrt. 

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Hibbert hatte aus Frustration für die Kontaktsperre zu seiner achtjährigen Tochter, die er seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte, eine Protestaktion auf der Londoner Ringautobahn M25 durchgeführt. Der 49-jährige Computeringenieur war am 15. August 2008 während acht Stunden im Batman-Kostüm auf eine Signalisationstafel geklettert und hatte mit Plakaten und Transparenten auf die unhaltbaren Verhältnisse im englischen Familienrechtssystem aufmerksam gemacht. Die Polizei fand es angebracht, die verkehrsreichste Autobahn des Königreichs vollständig in beide Fahrtrichtungen zu schliessen, was Staus mit einer Gesamtlänge von über 90 km verursachte.

Hibbert hatte zu dieser Form des Protestes gegriffen, nachdem er bereits über 50‘000 Pfund (ca. CHF 90‘000) für seinen völlig erfolglosen Weg durch das Rechtssystem ausgegeben hatte.

Ein Gericht hat nun den engagierten Vater für schuldig befunden, die öffentliche Ordnung gestört und Automobilisten in Gefahr gebracht zu haben. Dafür wurden dem zuvor unbescholtenen Vater sechs Monate Gefängnis unbedingt aufgebrummt. Richter Alan Greenwood befand, es gäbe zu diesem Protest gar keinen Anlass, da es keinerlei Probleme mit dem Familienrecht in England gebe. Mit seinem Urteil wolle er weitere Aktivisten ‚abschrecken‘. Dies obwohl auch in England bereits vorbestrafte kriminelle Wiederholungstäter häufig frei und lediglich mit ein paar lächerlichen Auflagen versehen das Gerichtsgebäude verlassen können.

In der Tat hat die englische Justiz wiederholt Väteraktivisten ins Gefängnis geworfen. Britische Väterorganisationen gehen gegen das ihnen widerfahrende Unrecht häufig mit spektakulären Aktionen vor. So haben Aktivisten bereits den Premierminister im Parlament mit farbigem Staub besprüht und die waghalsigen Auftritte in Kostümen von Actionhelden (etwa im Buckingham Palace oder dem Londoner Riesenrad) haben ihnen Aufmersamkeit und Sympathie eingetragen.