,

Erstes Väterhaus der Schweiz steht vor Eröffnung

Das erste «Väterhaus» der Schweiz öffnet am kommenden 10. Dezember in der Nähe von Aarau seine Tore. Die Einrichtung «ZwüscheHalt» umfasst eine Vollzeitberatungsstelle für Männer in schwierigen Trennungs- und Scheidungssituationen und auch einige Zimmer, wie die Initianten am Freitag in Aarau darlegten. 

Kantonale Polizeistatistiken belegen es seit Jahren - der Trend zu immer mehr männlichen Opfern von häuslicher Gewalt ist unübersehbar. Zunehmend trauen sich auch Männer, über ihre Erfahrungen zu sprechen und seit der Einführung der Gewaltschutzgesetze nimmt die Polizei immer häufiger auch prügelnde Frauen mit. In ihrer Medienpräsentation am Uno-Kinderrechtstag verwiesen die Verantwortlichen allem voran auf die Polizeistatistiken der Kantone Freiburg, Basel, Zürich und St. Gallen. Diese zeigten, dass im vergangenen Jahr im Durchschnitt jedes vierte Opfer häuslicher Gewalt ein Mann gewesen sei.

Trotzdem gebe es bis anhin ausschliesslich echte Hilfsangebote für gewaltbetroffene Frauen, nämlich 17 Frauenhäuser und noch kein einziges Angebot für Männer. Väter, die ihren Kindern zuliebe in Gewaltsituationen verbleiben, Männer die nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen - Ihnen konnte bislang durch Opferhilfsstellen nur beratend geholfen werden, echte Alternativen fehlten vollständig.

Das vorgestellte Projekt umfasst eine Vollzeitberatungsstelle für Väter in schwierigen Trennungs- und Scheidungssituationen, aber auch ein paar Zimmer, für Väter, die eine Auszeit - einen Zwischenhalt eben - brauchen, oder aber mit samt ihren Kindern vor der gewalttätigen Partnerin flüchten möchten.

Das Haus, welches zentral zwischen den Grosstädten Bern, Basel, Zürich und Luzern im Kanton Aargau liegt, bietet bis zu 10 Personen Unterschlupf. Für Tagesbetreuung ist ebenso gesorgt, wie für fachkundige Beratung über das weitere Vorgehen. Ein Ring von Fachleuten steht bereit, um bei Bedarf einzugreifen und weiterführende Beratungen an zu bieten.

Das «Väterhaus», das auf privater Basis betrieben wird, soll seine Pforten am 10. Dezember öffnen. Der Standort des Hauses für Väter und Kinder wird - wie auch bei Frauenhäusern üblich - nicht bekanntgegeben.

Das Angebot wurde den zuständigen Fachstellen bei Polizei und Opferhilfe kürzlich vorgestellt und fand grosse Beachtung und Anerkennung. Man zeigte sich erfreut, über die Erweiterung des Angebotes und ist gerne zur Zusammenarbeit bereit. Erste Gespräche laufen auch bereits mit dem aargauischen Frauenhaus, mit dem Ziel, das Angebot breit zu vernetzen und abzustützen.

Die Finanzierung des Angebotes sei vorerst für die Dauer eines Jahres gesichert, hiess es. Die Initianten möchten die Trägerschaft jedoch breiter abstützen und hoffen auf öffentliche Gelder. Hinter dem Projekt steht der Verein «Verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter» (VeV).