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Fakten statt Vorurteile: Mütter entführen viel häufiger

Jedes Jahr legt das Bundesamt für Justiz (BJ) Zahlen über die Entführung von Kindern ins oder vom Ausland vor, und jedes Jahr zeigen diese Zahlen das gleiche Ergebnis: Es sind Mütter, die ihre Kinder häufiger entführen, und es sind Mütter, die das Kontaktrecht des anderen Elternteils mit seinen Kindern torpedieren. Dies widerspricht den regelmässig praktizierten Vorurteilen des Staatsapparates, der ledige oder geschiedene Väter kollektiv als Gefahr für ihre Kinder darstellt.

Die Zahlen des BJ widerlegen einmal mehr das von Medien, Behörden und Gerichten gehätschelte Vorurteil, wonach es hauptsächlich die bösen Väter sind, die ihre Kinder in ein (arabisches oder sonstwie als minderwertig betrachtetes) Land verschleppen. Gemäss der Statistik des  BJ sind es in zwei Dritteln aller dort bearbeiteten Fällen internationaler Kindesentführung die Mütter, die ihre Kinder widerrechtlich ins Ausland verfrachten. Noch krasser sind die Zahlen beim Besuchsrecht: Dort sind die Mütter in 90 % aller Fälle jener Elternteil, der den Kontakt des Kindes zum anderen Elternteil verweigert.

Man muss jedoch sehen, dass diese Mütter in ihrem für die Kinder so schädlichen Tun von den Behörden nicht gehindert, sondern vielmehr ermutigt werden. So etwa in der Stadt Zürich. Das hiesige Sozialdepartement hat an seine Mitarbeiterinnen die Losung ausgegeben, wonach eine sorgeberechtigte Mutter ihr Kind ohne weiteres für unbegrenzte Zeit ins Ausland bringen darf, ohne irgendjemand fragen zu müssen, schon gar nicht den Vater. Auch gilt im Sozialdepartement der Grundsatz, wonach das Kind einen Anspruch auf einen Kontakt zum Vater habe, nicht jedoch der Vater zum Kind. Und da ein Kind unter der Weisungsbefugnis der Mutter stehe, müsse es halt darauf verzichten, wenn die Mutter kein Kontakt zum Vater wolle.

Obwohl solche Positionen klar illegal sind, sieht dies das Sozialdepartement nicht als Problem an - schliesslich pflegt man in diesem Hause einen sehr lockeren Umgang mit rechtsstaatlichen Grundsätzen. Dies beweisen auch die systematischen Menschenrechtsverletzungen, die im Sozialdepartement an der Tagesordnung sind. Das Gleiche gilt auch für Institutionen wie das Obergericht des Kantons Zürich, die - anstatt das Gesetz zu schützen und es durchzusetzen - es im Namen der Müttermacht lieber mit Füssen treten, wie dies etwa letzten Monat geschehen ist.

Es muss deshalb nicht verwundern, dass sich egozentrische Mütter (die ja gottseidank eine mühsame, aber nicht flächendeckende Population bilden) von einer solchen Einstellung des Staatsapparates in ihrem Tun unterstützt und gefördert fühlen. Der Rechtsbruch ist damit nicht nur ein individuelles Phänomen. Es ist in besonderem Masse ein kollektives Verbrechen derer, die eigentlich zur besonderen Achtung des Gesetzes und dem Schutz jener bestimmt wären, die sich am wenigsten wehren können - unserer Kinder. 

Communiqué Bundesamt für Justiz