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25. Mai: Weltweiter Aktionstag gegen Kindesentführungen

 

myosotis-07de.jpgWenn ein Kind von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, ist dies nicht nur für das Kind selbst der Auslöser von grossen Ängsten und Verlusterfahrungen, sondern auch für die betroffenen Eltern. Der Aktionstag gegen Kindesentführungen will die Gesellschaft mahnen, dagegen mit ganzer Kraft vorzugehen. Diane Bürgy, die Leiterin der Fribourger Organisation FREDI erinnert Väter daran, dass sich ein Grossteil von Kindesentführungen im Umfeld von Trennungs- und Scheidungssituationen abspielt und ermahnt sie, entsprechend vorzusorgen. "Wenn ein Kind erst einmal weg ist, können wir kaum noch etwas tun. Dann bleibt häufig nur noch das Warten darauf, dass es mit 16 Jahren selber entscheiden kann." 

Die Stiftung FREDI (Fondation pour la Recherche d'Enfants Disparus, International) begeht am 25. Mai nicht nur den weltweiten Aktionstag gegen Kindesentführungen, der Termin ist auch ein Grund zum Feiern: Seit 15 Jahren forscht die Stiftung nach vermissten Kindern und konnte gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen 200 Fälle lösen. Darüber hinaus kann die Stiftung die Einführung eines nationalen Alarmes bei Kindesentführungen feiern, der auf ihre Initiative hin beschlossen wurde. FREDI hatte im Juli 08 eine Petition mit 32'000 Unterschriften eingereicht, mit der analog zu ähnlichen Mechanismen im Ausland eine schweizweite koordinierte Aktion zur Information der Öffentlichkeit und der Behörden verlangt wurde.

FREDI feiert am 22. Mai in Fribourg und am 29. Mai in Neuenburg. In Fribourg werden zwischen 10 und 19 Uhr verschiedene Künstler zugunsten von FREDI auftreten und so die Bevölkerung auf die Arbeit von FREDI aufmerksam machen; ähnliches wird auch in Neuenburg stattfinden.

Die Geschäftsführerin von FREDI, Diane Burgy, erinnert daran, dass sehr viele Entführungsfälle von Kindern im Rahmen von erbittert geführten Trennungs- und Scheidungskämpfen abspielen. Angesichts der Tatsache, dass es in der überwiegenden Mehrzahl von Fällen Frauen sind, die ihre Kinder ins Ausland entführen, weist sie insbesondere Väter mit Nachdruck darauf hin, dass der Prävention von solchen Entführungen höchste Priorität zukommt, insbesondere bei binationalen Verbindungen. "Wir beraten Väter, wie sie eine Entführung so gut wie möglich verhindern können. Wenn ein Kind erst einmal weg ist, können wir kaum noch etwas tun. Leider kommen viele Väter erst dann auf uns zu. Doch dann bleibt häufig nur noch das Warten darauf, dass es mit 16 Jahren selber entscheiden kann."

Droht im Rahmen einer Trennung oder Scheidung eine nicht durch ein Gericht oder Behörde genehmigte Verbringung von Kindern ins Ausland, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, dies zu verhindern oder zumindest zu erschweren. Eine Massnahme, wie sie ein Mitglied von mannschafft in seinem Fall erfolgreich angewendet hat, ist der Entzug des Reisepasses der betroffenen Kinder. Solche Massnahmen sind jedoch formaljuristisch recht komplex und für Nicht-Juristen nur sehr schwer anzuwenden, weshalb der Rat einer Fachperson wie einem mannschafft-Berater zu empfehlen ist.