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Coop zieht umstrittenen Gewalt-Werbespot zurück

Nach einem Artikel auf der mannschafft-Website und nach heftigen Protesten von Betroffenen und ihren Vertretern zieht Coop den umstrittenen TV-Werbesport ‚Verführung‘ zurück. Darin wurde weibliche Beziehungsgewalt als legitimes Mittel der Kommunikation dargestellt und banalisiert.

Unter dem Titel Coop: Häusliche Gewalt gegen Männer ist lustig hatten wir vor gut einem Monat auf den in den Schweizer Fenstern deutscher Privat-TV-Stationen ausgestrahlten Spot für Coop Bau- und Hobby-Märkte hingewiesen. Darin erhält ein Mann von seiner Partnerin eine schallende Ohrfeige als ‚Dank‘ dafür, dass er sie mit Rosenblättern aus dem eigenen Garten verführen wollte.

Die Ausübung von Gewalt als (für Frauen) legitimes Mittel der ehelichen Kommunikation passt wie die Faust aufs Auge zu den Bemühungen um die gesellschaftliche Ächtung von Frauengewalt in Beziehungen.

Die sonst in Fällen von Männergewalt kaum zu bremsenden Gleichstellungsbüros und sonstigen einschlägigen Fachstellen schlafen den von den Steuerzahlern finanzierten Schlaf der Ungerechten (oder politisch korrekt: Ungerechtinnen). Hingegen haben Betroffene und ihre Organisationen mehrfach und heftig bei Coop gegen diesen Spot protestiert.

Wie im Artikel vorausgesagt hat die Pressestelle des Coop-Konzerns versucht, den Inhalt des Spots als lustig darzustellen und die Kritiker ins Abseits zu stellen: ‚Diese Art von Werbung kommt im Grossen und Ganzen sehr gut an. Bis jetzt sind wir wirklich nur auf positives Echo gestossen. Wir wissen jedoch aus Erfahrung, dass auch Werbung in Einzelfällen nicht zufrieden stellt. Es ist für uns sehr wichtig, auch Reaktionen wie die Ihre zu erhalten.‘

Interessanterweise ist in der gleichen Zeit bei der Konkurrenz, im Migros-Magazin, ein sehr guter, lesenswerter Artikel zum Thema Häusliche Gewalt gegen Männer erschienen, der das Problem ernst nimmt und die Betroffenen nicht ins Lächerliche zieht.

Eine weitere Intervention bei der Kommunikationsabteilung von Coop ist dann auf fruchtbareren Boden gefallen. Coop würde den vor drei Jahren entstandenen Spot ‚heute nicht mehr so machen‘, weil er der ‚aktuellen Coop Werbung Tonalität nicht mehr ganz entspricht‘. Er werde deshalb auch nicht mehr geschaltet.

Damit hat Coop nicht nur den betroffenen Männern einen Gefallen getan, sondern vor allem sich selbst, indem sich der Konzern vor weiterem Imageschaden bewahrt.