,

Der Unrechtsstaat hat wieder zugeschlagen

Es reicht nicht, dass das höchste Gericht dieses Landes die Grundsätze eines auf Anstand und Gerechtigkeit basierenden Gemeinwesens mit Füssen tritt. Nun hat dieser Unrechtsstaat auch seine Schergen losgeschickt, um den betroffenen Vater ins Gefängnis zu werfen. Ein befangener Provinzrichter hilft dabei kräftig mit - Rechtsstaatlichkeit nach Schweizerart.

Doch der Fall ist mit diesem jeglichem Anstand und Rechtsstaatlichkeit spottenden Urteil noch nicht abgeschlossen. Gemäss einem Artikel des Tages-Anzeigers vom 14.8.2010 hat die Aargauer Polizei jenen Vater verhaftet, der mit seinem Wunsch nach Respektierung des gemeinsamen Sorgerechts das Skandalurteil des Bundesgerichtes ausgelöst hat. Jenes hatte geurteilt, dass es der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht widerspreche, wenn die Mutter mit den Kindern nach Tschechien ziehe. Schliesslich könne der Vater sie dort alle 14 Tage besuchen und es verbleibe ihm ja die 'elterliche Restsorge'. Die betroffenen Kinder (4 und 7 Jahre alt) wollen jedoch nicht nach Tschechien, sondern bei ihrem Vater, einem 44-jährigen Informatiker, in der Schweiz bleiben. Der Vater hat deshalb durch seine Anwältin Einspruch gegen eine Auslieferung eingelegt. Die Mutter hat darauf mit einer Anzeige wegen der Entziehung von Minderjährigen geantwortet. Dies war für die Aargauer Polizei Anlass genug, das Haus des Vaters (der immer noch das gemeinsame Sorgerecht besitzt) zu stürmen und ihn ins Gefängnis zu werfen.

Verantwortlich dafür ist der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Bremgarten, Peter Thurnherr. Gemäss den Aussagen der Anwältin des Vaters hat der Bremgartner Gerichtspräsident Peter Thurnherr - der als Richter über den Antrag des vorläufigen Bleiberechts der Kinder in der Schweiz entscheiden soll - zuvor die Mutter juristisch beraten. Dies stellt in einem Rechtsstaat einen gravierenden Vertrauensbruch dar, der die Unabhängkeit der Justiz verletzt - ist aber offenbar im Kanton Aargau kein Problem. Egal, welchen Hut man aufhat - Hauptsache, es lässt sich damit Geld verdienen und seine Ideologie durchsetzen. Der Bremgartner Gerichtspräsident Peter Thurnherr will zu diesem Vorwurf keine Stellung nehmen. Er will jedoch stets 'im Interesse des Kindeswohls' gehandelt haben.

* * *
Einmal mehr zeigt der schweizerische Unrechtsstaat seine widerliche Fratze: Kleine Kinder werden zum Spielball von eiskalten Ideologen und ruchlosen Beutelschneidern. Der von diesen Leuten mantrahaft heruntergeleierte, Begriff des 'Kindeswohl' lässt sich unter diesen Umständen nur noch als dessen Perversion, als Umkehrung von dessen Bedeutung auffassen: Das so beschworene 'Kindeswohl' wird zur Chiffre für durch den Staat verordneten und von ihm durchgeführten Missbrauch von Kindern. Diese (und alle anderen vom schweizerischen Scheidungsunrecht betroffenen) Kinder werden auf dem Altar einer menschenverachtenden Ideologie und der Profitgier der staatlichen Verantwortlichen und ihrer Entourage geopfert. Der Staatsapparat (d.h. konkret jene Leute, die diesen Apparat unterwandert haben) erhebt das angebliche 'Naturrecht' der Mutter (wann wurde eigentlich eine solche Ideologie das letzte Mal propagiert?) zur Herrschaft über ihre Kinder über alles andere. Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, psychologische Erkenntnisse, Menschlichkeit - vor allem aber das Interesse (und das international festgeschriebene, auch von der Schweiz ratifizierte Recht) der Kinder auf eine Beziehung zu beiden Eltern und damit auf eine ausgewogene Erziehung wird diesem 'Naturrecht' untergeordnet. Der schweizerische Staatsapparat begibt sich damit auf eine schiefe Ebene, die auf direktem Weg zu Denk- und Verhaltensmustern führt, wie wir sie in Westeuropa seit 65 Jahren als überwunden glaubten.