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Österreichischer Väterrechtler zu vier Jahren Gefängnis verurteilt

Er hatte es gewagt, den feministisch-gläubigen österreichischen Justizklüngel herauszufordern. Nun schlägt dieser zurück. Beinhart.

Wer in Österreich nicht nur den Feminismus angreift, sondern auch den Beamtenapparat, lebt gefährlich. Diese Erfahrung musste auch Herwig Baumgartner machen. Er kämpft seit mittlerweile neun Jahren  um das Sorgerecht für seine vier Kinder (zwei Mädchen und zwei Buben). Rückblick ins Jahr 2001: Der gebürtige Tiroler und seine aus Frankreich stammende Frau urlauben mit den Kindern in Italien. Die Ehefrau lernt einen Gigolo kennen, taucht mit dem Lover und ihren Töchtern ab und wird in der Schweiz ausfindig gemacht. Alle vier Kinder werden Baumgartner zugesprochen. Kurz darauf erhält jedoch die Mutter das Sorgerecht.

Was jetzt beginnt, ist ein in Österreich noch nie da gewesener Kampf eines Vaters um seine Kinder: Da werden Gutachter für befangen erklärt, Verfahrenshelfer angezeigt, Richter des Obersten Gerichtshofs wegen angeblichen Betrugs abgelehnt. Baumgartner kämpft dagegen an, dass die vom französischen Verfassungsrecht ihm zuerkannte gemeinsame Obsorge ignoriert wird. Zu einem der vier Kinder hat er die ganzen neun Jahre schon keinen Kontakt mehr – und das, obwohl das Besuchsrecht angeblich nie rechtsgültig entschieden wurde. Baumgartner wird zum Sprachrohr der Wiener Vaterrechtsbewegung, begleitet Väter in deren Obsorgeverfahren.

In der eigenen Angelegenheit verbittert er aber immer mehr und kämpft mit nicht immer legitimen Mitteln gegen die Mühlen der Justiz. 2005 wird der Ex-Unternehmensberater als Begleitperson in einem Scheidungsverfahren (er saß im Publikum und lästerte) verhaftet. Zwei weitere Strafen sitzt der inzwischen 58-Jährige ab. Sein Webforum genderwahn.com, in dem er seine Angriffe auf den österreichischen Justizklüngel publizierte wurde von Hackern lahmgelegt, nachdem sich der österreichische Staat vergeblich um eine Abschaltung bemüht hatte.

Anfangs hatte die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen wegen staatsfeindlichen Verbindungen und Bildung einer terroristischen Vereinigung angestrengt, diese wurden jedoch eingestellt. Dennoch startete der Prozess im Mai unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, die auch bis zum vorläufigen Prozessende nicht aufgehoben wurden.

Baumgartner wurde am 21.9.10 im Landesgericht Linz in einem aufsehenerregenden Prozess zu vier Jahren Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn: 11 Verleumdungen gegen Justizbeamte, sechs Mal Widerstand gegen die Staatsgewalt, sechs gefährliche Drohungen, zwei Mal Stalking, ein Mal Nötigung.