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Zürich sucht den Männer-Beauftragten

Der Gleichstellungsindustrie weht der Wind ins Gesicht; die Rufe nach einer Abschaffung der aus Steuergeldern finanzierten Frauenförderung werden immer lauter. So hat beispielsweise das Parlament des Kantons Zürich der Fachstelle für Gleichstellung für die laufende Budgetperiode die Mittel gekürzt, und nicht wenige Parlamentarier fordern gar deren Auflösung. Um dem Rechtfertigungsdruck zu widerstehen, geben die Gleichstellenden nun Gegensteuer: Sie schaffen die schweizweit wohl erste Stelle eines kantonalen Männer-Beauftragten.

Gemäss der Ausschreibung der Fachstelle für Gleichstellung, die auf der Verwaltungswebsite 'publicjobs' aufgeschaltet ist, soll der zukünftige Männer-Beauftragte 'mit zielgerichteten Projekten und deren Umsetzung Sensibilisierungsarbeit in der Privatwirtschaft, in NGO's und in der kantonalen Verwaltung betreiben'. Damit nicht genug. 'Als Fachperson mit Interesse an aktuellen und zukünftigen Gleichstellungsthemen, an Arbeitszeitmodellen, an Lebensentwürfen für Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, Väter und Mütter' soll er auch 'Programme und Projekte für den Kanton Zürich' entwickeln - all dies bei einem Arbeitspensum von 60 bis 80 %.

Das Inserat macht aber nicht klar, ob diese Stelle auch tatsächlich von einem Mann bekleidet werden kann. Gemäss der wiederholten Aussage des Stadtzürcher Gleichstellungsbüros (bei dem nur Frauen angestellt sind) habe dieses längere Zeit versucht, einen kompetenten Mann für die Mitarbeit an diesem gesellschaftlich so bedeutenden, aber ebenso sensiblen wie verantwortungsvollen Themenbereich zu finden - stets vergeblich. Es kann deshalb also gut sein, dass künftig eine Frau als Männer-Beauftragte im Kanton Zürich wirken wird...

Natürlich braucht die Schweiz einen Mentalitätswandel: Kinder sind nicht das Eigentum ihrer Mütter, die ein Leben lang an sie gekettet sind, ihnen alles unterordnen müssen und dafür mit der Herrschaftsmacht über sie belohnt werden. Auch Väter können, sollen, wollen und müssen eine gleichwertige Rolle in der Familie einnehmen. Die Gesellschaft (und mit ihr insbesondere auch die Arbeitswelt) wird dem Rechnung tragen müssen. Ob die Schaffung eines Männer-Beauftragten den politischen Druck von der Fachstelle für Gleichstellung zu nehmen vermag, darf bezweifelt werden.