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Jusletter: Martin Widrig - Elterliche Sorge - ein Grundrecht?

Jusletter 23. Juli 2012: "Mit dem Postulat 04.3250 am 7. Mai 2004 setzte Altnationalrat Reto Wehrli die Sorgerechtsrevision in Gang. Heute steht sie kurz vor ihrem Abschluss. Die Rechtsprechung des [Europäischen Gerichts für Menschenrechte] EGMR [in den Verfahren] Zaunegger gg. Deutschland und Sporer gg. Österreich hat den Revisionsverlauf nach Abschluss des Vernehmlassungsverfahrens geprägt."

"Entgegen der amtlichen Ankündigung muss und wird das gemeinsame Sorgerecht grundsätzlich auch für ledige Väter gelten, da diese sonst gegenüber nicht ledigen Vätern diskriminiert würden. Die erwähnten Urteile des EGMR haben jedoch auch eine weitere grundrechtlich bedeutsame Konsequenz: Das Sorgerecht ist ein Teilgehalt des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens und damit grundrechtlich geschützt."

In dem indirekt verlinkten Fachartikel protraitiert MLaw Martin Widrig, Assistent am Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht von Professor Dr. iur. Eva Maria Belser an der Universität Freiburg, den bisherigen Verlauf der Sorgerechtsdebatte in der Schweiz und beleuchtet die Bedeutung der EGMR Rechtssprechung für hiesiges Recht mit Hinblick auf Diskriminierungsverbot und Sorgerecht im Konkurbinat. Am Ende des Fachartikels beurteilt Widrig den Schweizer Gesetzentwurf hinsichtlich seiner Kompatibilität zur Rechtsentwicklung in Europa. Interessant!

Download des Textes (vorherige Anmeldung nötig) (Link zur Site jusletter.weblaw.ch)