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Streiten lohnt sich wieder

Im gestrigen Urteil hat das Bundesgericht entschieden, dass bei Trennung und Scheidung nebst einschlägigen Misständen wie Gewalt, Alkoholsucht und dergleichen auch dauerhafte Konflikte zwischen den Eltern ein Grund sein kann, die gemeinsame Sorge auf einen Elternteil zu beschränken, wenn die gemeinsamen Kinder unter der Konfliktsituation leiden.

Leider öffnet das, wie wir es seit der letzten Revision des Scheidungsrechts währen nunmehr 15 Jahren täglich erlebten, jenen Elternteilen bereits wieder Tür und Tor, welche den anderen Elternteil willkürlich aus dem Leben der gemeinsamen Kinder ausschliessen wollen - jedenfalls dann, wenn diese die gemeinsamen Kinder bis zur Trennung mehrheitlich betreut hatten.

Es ist kaum vorstellbar, dass das Bundesgericht beim gestrigen Entscheid diesen Umstand gewürdigt hat. Wir verkennen nicht die Problematik, welcher das Bundesgericht mit dem gestrigen Entscheid zu begegnen versucht, dennoch sind wir überzeugt, dass dieser Bundesgerichtsentscheid mehr Leiden schaffen wird, als er zu verhindern versucht. Jedenfalls sind seit dem gestrigen Urteil Fehlverhalten von Eltern im Streit um das Sorgercht wieder vorprogrammiert. Wir finden darum diesen Entscheid nicht sehr klug.

Die NZZ hat darüber berichtet. Hier gehts zum Artikel.