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KESBs wollen "Sorgentelefon" einrichten

Kaum gegründet haben es die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) bereits geschafft, ihren Ruf gründlich zu ruinieren. Mit zahllosen haarsträubenden, Augenmass und Sachverstand vermissen lassenden Entscheiden stehen die KESBs heute als ruchlose Geheimpolizei da, bei der das Wohlergehen ihrer Schutzbefohlenen dem bürokratischen Vollzug ihrer Ideologie weichen muss. Es ist also höchste Zeit, etwas fürs Image zu tun: Mit einem Sorgentelefon.

Gemäss einem Artikel der NZZ vom 10.12.2015 haben sich rund 150 KESB-Mitglieder an einer Tagung getroffen, um darüber nachzudenken, wie sich das Bild der KESBs in der Öffentlichkeit verbessern lässt. Nach zahllosen kritischen Medienberichten und Aktionen betroffener Bürger ist der Ruf dieser Institutionen bereits kurz nach ihrem Start mehr als ramponiert. Dabei waren die KESBs eigentlich geschaffen worden, um das Vormundschaftswesen von den dunklen Zeiten mittelalterlich anmutendem Dilettantismus in professionell geführte Institutionen überzuführen, bei denen das Wohl der Betroffenen im Fokus steht.

Dieses Ziel wurde jedoch gründlich verfehlt. Nun sind die KESBs da, und mit ihnen eine Heerschar von gutbezahlten Kostgängern. Offenbar wollen diese KESB-Mitarbeiter nicht, dass sich ihr privates Umfeld angewidert von ihnen abwendet, wenn sie kundtun, wo sie arbeiten. Deshalb wird es nun höchste Zeit, das Bild der KESBs in der Öffentlichkeit etwas aufzupolieren. Doch wie soll dies geschehen? Indem man sich selbst und sein Wirken hinterfragt und darüber nachdenkt, wie man die Dinge anders und besser tun könnte?

Das wäre wohl zuviel verlangt von Guido Marbet und seinen Leuten von der KOKES, dem Dachverband der KESBs. In der Person des Aargauer Oberrichters Guido Marbet haben die KESBs einen Präsidenten gefunden, der sie in ihrem Denken und Handeln geradezu ideal repräsentiert. Guido Marbet hat in seiner Funktion als Oberrichter im Kanton Aargau bewiesen, dass er die Macht des Staates rücksichtslos dazu einsetzt, um Kritik an sich und seiner Kaste mundtot zu machen - insbesondere dann, wenn es um die Rechte geschiedener Väter geht. Seine Denkweise "Ich bin das Gesetz, und das Gesetz hat immer recht" ist auch das Leitmotiv der KESB-Mitarbeiter.

Deshalb sind aus dieser Sicht auch keine Veränderungen an den Institutionen und ihren Vorgehensweisen nötig. Allenfalls muss man die Entscheide der KESBs, die ja von kompetenten, neutralen und wohlwollenden Fachleuten gefällt werden, den Betroffenen besser erläutern, damit sie danach weniger 'stören', als keine Rekurse einreichen oder - was für die KESBs offenbar das Allerschlimmste ist - mit dem erlittenen Unrecht an die Öffentlichkeit gehen.

Dafür will die KOKES nun eine Ombudsstelle und ein 'Sorgentelefon' einrichten, an welches sich die betroffenen wenden sollen, wenn sie z.B. nicht damit einverstanden sind, dass ihnen der Staat die Kinder weggenommen hat. Gemäss Guido Marbet sollen diese Eltern damit 'mehr Vertrauen in die Institution KESB' entwickeln.

Dass sich die KESBs um ihren lädierten Ruf sorgen, mag nachvollziehbar sein. Weniger verständlich ist jedoch, dass ihnen dabei durchaus verdienstvolle Personen wie Guido Fluri, dem Vater der 'Wiedergutmachungsinitiative' für Verdingkinder oder Ulrich Lips, dem früheren Leiter der Kinderschutzgruppe im Kinderspital Zürich zur Seite stehen. Mit dieser Initiative tragen sie lediglich zur Verstetigung eines Unrechtes bei, indem das Leid der Betroffenen lediglich betäubt werden soll, anstatt es zu lindern.