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Neuer Anlauf für Familiengerichte

Eine Trennung oder Scheidung mit menschlichem Antlitz - seit je eines unserer Kernanliegen. Seit Jahren verfolgen wir das Ziel, dass der Staat zwischen den Parteien vermittelt, anstatt Öl ins Feuer zu giessen. Über unseren Dachverband GeCoBi unternehmen wir mit unseren Partnern dafür einen neuen Anlauf.

Der Justizapparat in der Schweiz ist in keiner Art und Weise dafür ausgelegt, schwierige familiäre Konflikte zu lösen. Richter und Anwälte sind studierte Juristen, von Fragen der Familien- und Kinderpsychologie wissen sie gleich viel wie eine Metzgerin oder ein Coiffeur. So berufen sie 'Professionelle', die für sie Gutachten erstellen sollen. Dies bringt Richter in ein unlösbares Dilemma: Folgen sie den Empfehlungen eines bestellten Gutachters, haben sie ihren Part an eine nur ungenügend legitimierte Person abgeschoben. Setzen sie sich jedoch über dessen Empfehlungen hinweg stellt sich einerseits die Frage, woher er das Fachwissen dafür nimmt, 'besser' als der oder die Experte zu urteilen und andererseits, wofür es den Experten dann gebraucht hat. 

Fast noch gravierender ist die Tatsache, dass unser Verfahrensrecht eine gütliche Einigung den Parteien überlässt und selbst keinerlei Anreize oder Mechanismen kennt, um eine solche herbeizufügen, wenn sich eine Partei erst ein mal quer stellt. Strittige Verfahren arten dann häufig zu regelrechten Schlammschlachten aus, in denen sich die Parteien für keine Niederträchtigkeit gegenüber dem oder der einstmals Geliebten zu schade sind. Die Parteien profitieren von solchen sich häufig über Jahre hinwegziehenden Verfahren nicht. Und schon gar nicht ihre Kinder, die nicht nur zum Zankapfel ihrer Eltern werden. Profitieren tun hingegen die beteiligten Anwälte und die restliche Scheidungsindustrie, die sich mit solchen Auseinandersetzungen ihre Taschen füllen.

In der Schweiz sind diese Leute eine mächtige Lobby, die wenig Interesse an einer Änderung des status quo haben. Während man in zahlreichen anderen europäischen Ländern seine Scheidung bei Einigkeit als einfache Formalität bei einem Notar oder dem Zivilstandsamt  durchziehen kann, hält der hiesige Justizapparat samt seinen Ablegern im Parlament am einträglichen Ist-Zustand fest. Wer schlachtet schon das Huhn, das goldene Eier legt...

Wir hingegen treten an, dieses für allem für unsere Kinder so zerstörerische System zu verändern. Mit dem 'Cochemer Modell' wollen wir rasche, einfache und unter der Beteiligung der Betroffenen gefundene Lösungen. Es ist nicht mehr der Staatsapparat, der über gescheiterte Familien richtet wie über Mörder und Diebe, sondern Hand dafür bietet, dass sich alle Beteiligten gemeinsam zu tragfähigen Lösungen durchringen.

 

Artikel 20 Minuten vom 13.3.2016