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Parlamentarischer Vorstoss gegen Witwenbonus

Verheiratete oder geschiedene Männer, deren Ehegattin oder ehemalige Ehegattin gestorben ist, erhalten eine Witwerrente nur, solange sie Kinder unter 18 Jahren haben. Danach erlischt der Anspruch. Geschiedene Frauen hingegen haben Anspruch auf eine Witwenrente, wenn die Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat und die Scheidung nach Vollendung des 45. Altersjahres erfolgt ist. Auf Betreiben der Tessiner Väterorganisation Papageno soll dies nun geändert werden.

Heute können geschiedene Frauen, die wirtschaftlich unabhängig sind und keine Unterhaltsbeiträge von ihrem ehemaligen Ehegatten erhalten, auch wenn sie im Zeitpunkt der Verwitwung keine Kinder oder keine volljährigen Kinder in Ausbildung hatten, eine Witwenrente beziehen, unabhängig vom Einkommen und auch wenn ihnen die Hälfte des AHV- und BVG-Altersguthabens bereits ausgezahlt worden ist. Der geschiedene Ehegatte erhält beim Tod seiner ehemaligen Ehegattin keine Witwerrente.

Diese markante Bevorzugung von Frauen im AHV-Recht ist der Tessiner Väterorganisation 'Papageno' ein Dorn im Auge. Sie hat den Tessiner CVP-Nationalrat Marco Romano bewegen können, einen Vorstoss im Parlament einzureichen, um dies zu ändern. Mit der Motion sollen nicht nur Frauen, sondern auch Vätern mit volljährigen, aber unterstützungsbedürftigen Kindern weiterhin Geld von der AHV bekommen. 

Auch verwitwete Väter, die volljährige Kinder in Ausbildung oder pflegebedürftige erwachsene Kinder haben, sollen zukünftig in den Genuss einer über das Volljährigkeitsalter des Kinder hinausgehende Rente kommen. Heute steht diese staatliche Unterstützung nur Witwen oder ehemals verheirateten Frauen zu, deren Ex-Mann verstorben ist (sogenannte 'geschiedene Witwen').

Der Bundesrat lehnt Romanos Motion ab. Er ist zwar nicht a priori gegen eine Gleichstellung, vertröstet jedoch die Initianten auf eine kommende AHV-Revision, mit der das Problem gelöst werden soll. Angesichts der Tatsache, dass solche Revisionen eher in geologischen Zeiträumen stattfinden und nicht selten zwischen den Mühlsteinen politischer Streitereien zermahlen werden, ist das nur ein sehr dürftiges Versprechen. Deshalb unterstützt auch mannschafft diesen Vorstoss und und ist diesbezüglich bei interessierten Politikern vorstellig geworden.