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Wie wird Unterdrückung gemacht?

Die Universität Freiburg schreibt eine Weiterbildung aus, in der es vor allem darum geht, die unheilvolle Vergangenheit (und Gegenwart) in die Zukunft zu retten - gegen geltendes Recht.

Unter dem ebenso harmlosen wie wohlklingenden Titel ´Familienrechtliche Grundlagen für Beratung und Therapie’ organisiert die Universität Fribourg am 10. Februar 2017 eine Weiterbildungsveranstaltung, mit der Akteure der Sozialindustrie wie Psychologen, Mitarbeiter von Sozialämten und Kindesschutzbehörden oder Beratungsstellen auf die herrschende Ideologie im Umgang mit Kindern in Trennungs- und Scheidungsverfahren eingefuchst werden sollen.


Wie diese aussieht, darüber gibt der Werbetext des Veranstaltungsflyers Auskunft. Dort steht beispielsweise konkret: ´Das Besuchsrecht als Voraussetzung für die Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil wird speziell dargestellt. Wie gestaltet sich das Kontaktrecht in konflikthaften Situationen, welche Möglichkeiten gibt es, wenn Kinder und Jugendliche sich weigern, ihren Vater oder ihre Mutter zu besuchen?´


Wären diese Sätze vor 40 Jahren geschrieben worden, hätte man sie als fortschrittlich, ja vielleicht revolutionär bezeichnen können. Heute zeigen sie jedoch nur auf wie rückwärtsgewandt, kinderfeindlich und sogar gesetzeswidrig die Exponenten dieser Schulung sind. Dr. iur. Regula Gerber Jenni, Dr. iur. Gisela Kilde von der Universität Fribourg sowie Dr. iur Yvo Biderbost von der KESB der Stadt Zürich sind kraft ihrer Titel durchaus in der Lage, die aktuelle Gesetzeslage zu kennen. Diese besagt nämlich, dass mit der seit 1.7.2014 gemeinsamen elterlichen Sorge (deren Einführung Dr. Biderbost und seine Spiessgesellen erfolgreich verschleppt haben) es regelhaft gar kein Besuchsrecht mehr gibt, sondern eine Aufteilung der Obhut zwischen (zumindest im Prinzip...) gleichgestellten Elternteilen.


Dass Frau Regula Gerber Jenni, Frau Gisela Kilde und Herr Yvo Biderbost geltendes Recht bewusst ignorieren und das Rad der Zeit in die dunkle Vergangenheit zurück drehen wollen, überrascht nicht wirklich. Die Universität Fribourg und insbesondere die KESB der Stadt Zürich (unter altem Namen Vormundschaftsbehörde, aber mit gleich bleibendem Personal) haben das gemeinsame Sorgerecht stets als Teufelswerk dämonisiert. Offensichtlich haben sie sich bis heute nicht mit der in der Öffentlichkeit (und sogar in der Politik) weitgehend akzeptierten Gleichwertigkeit beider Elternteile abfinden können. Und so versuchen sie, den geltenden Gesetzen vorbei ihre überkommene Ideologie von der Überlegenheit der Mutter und der (in der Regel als störend empfundenen) Randständigkeit von Vätern in die Köpfe einer neuen Generation von Fachleuten zu drücken. Auch in der nahen und weiteren Zukunft soll nach der Vorstellung der Organisatoren ein Hauptelternteil (schwierig zu erraten, welcher das ist…) die Gewalt über die Kinder haben, während der andere vor allem für das Anschaffen von Geldmitteln zuständig sein soll. Dabei kann auch die fassadenhafte Geschlechtsneutralität der Formulierungen nicht hinweg täuschen.


Der eigentliche Skandal ist, dass die Universität Fribourg und auch die KESB der Stadt Zürich mit Staatsmitteln Gestzesverstösse propagieren lassen – von Leuten, die meilenweit von jeglichem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Konsens entfernt sind. Wieso das so ist, möchten wir gerne von den Verantwortlichen erfahren.