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Männerhaus "Zwüschehalt" plant Erweiterung nach Luzern

Seit 2009 gibt es im Aargau den schweizweit ersten Rückzugsort für Männer und Kinder, die zuhause Gewalt erfahren. Nun wollen die Verantwortlichen eine weitere Anlaufstelle in der Stadt Luzern eröffnen.

In einer kleinen Gemeinde im Suhrental existiert seit 2009 das erste Männerhaus der Schweiz. Der 'Zwüschehalt' bietet von häuslicher Gewalt betroffenen Männern und ihren Kindern einen Zufluchtsort an, wenn sie von Zuhause weg müssen. Sie finden dort die Zeit, Hilfe und Beratung, um sich die nächsten Schritte gut zu überlegen und die anstehenden, oft schwierigen Entscheidungen zu meistern. Nun soll der ‘Zwüschehalt’ auch in Luzern Männern in Notsituationen Schutz und Zuflucht sowie einen Ort des Rückzugs bieten.


Manfred Schneeberger ist Familienmediator, Scheidungsplaner und Coach. Er amtet als Projektleiter des 'Zwüschehalt' in Luzern. «Für den Start des Projektes und den Aufbau des Hauses werden wir Stiftungen und Privatpersonen zur finanziellen Unterstützung anfragen», erklärt er. Das Ziel sei es, rund 45'000 Franken für eine Jahresmiete inklusive Mietkaution zusammen zu bekommen.


Im Gegensatz zum Aargauer Hauptsitz, der in einer Agglomerationsgemeinde von Aarau domiziliert ist, wolle man in Luzern aber in die Stadt, weil die Akzeptanz im urbanen Raum für solche Projekte grösser sei. Dem Verein schwebt vor, eine grössere Wohnung in der Stadt Luzern zu mieten. «Sie sollte über mehrere Schlafzimmer verfügen», sagt Schneeberger. Er hofft, dass sich auch Liegenschaftenbesitzer melden, die Interesse hätten, die Institution in ihrem Haus zu beherbergen.


Die Eröffnung der 'Zwüschehalt'-Dépéndance in der Innerschweiz ist auf Frühjahr oder Sommer 2017 geplant. Die Luzerner Filiale solle unter dem gleichen, bewährten Konzept wie das Haus im Aargau betrieben werden, wodurch Synergien genutzt und Erfahrungen geteilt werden könnten, sagt Schneeberger.