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Jetzt wird alles gut - KESCHA kommt!

Mit der ‘KESHA’ haben wir in der Schweiz nun eine private Organisation, welche die Beschlüsse von KESBs den Betroffenen schmackhaft machen soll.

Die vor vier Jahren als Nachfolgerinnen der damaligen Vormundschaftsbehörden ins Leben gerufenen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) stehen weiterhin in vielfältiger Kritik. Nicht nur beklagen betroffene Gemeinden, dass die KESBs ihnen Kosten für Massnahmen aufbürden, zu denen sie nichts zu sagen haben. Grosse Ressentiments haben die KESBs bei den Betroffenen hervorgerufen, die weder mit dem Stil noch dem Inhalt der von den Behörden angeordneten Massnahmen zurecht kommen. Nicht nur wir bei mannschafft können über den überspitzten Formalismus, die ideologische Verbohrtheit, die weltfremden Anordnungen, die häufig jahrelangen Verfahren oder schlicht das blanke Unvermögen vieler KESBs nur den Kopf schütteln. Der erklärte KESB-Gegner und SVP-Nationalrat Pirmin Schwander hat zusammen mit dem Verleger der ‘Obersee Nachrichten’ Bruno Hug einen Verein gegründet, um mit weiteren Verbündeten (zu denen die Autorin Zoë Jenni und die Psychologin Julia Onken gehören) gegen die KESBs vorzugehen. Auch auf Facebook finden sich KESB-Opfer zusammen und versuchen, sich gegen die tatsächliche oder vermeintliche Willkür der Behörden zu wehren.

Den KESBs und ihrem Dachverband KOKES weht also der Wind ganz schön ins Gesicht – Macht und Einkünfte sind in Gefahr. Deshalb kommt für sie die Initiative des Unternehmers Guido Fluri wie gerufen. Fluri hatte sich für die Entschädigungen an Zwangsarbeiter des Schweizerischen Vormundschafts-Regimes stark gemacht. Während dieser Tätigkeit hätten die Hilfegesuche im Zusammenhang mit aktuellen KESB-Fällen stark zugenommen. Mit sechs anderen Organisationen hat Fluri seine Anlaufstelle nun institutionalisiert. Die KESCHA habe als Aufgabe, Betroffenen in Konfliktfällen Hilfe zu leisten, um Eskalationen zu verhindern und die Kommunikation mit den Behörden wieder herzustellen. Sowohl beim Bundesamt für Justiz (BJ) als auch beim Tages-Anzeiger wird Fluri als edler Kämpfer für die unverstandenen Klienten der kalten Behördenmaschinerie gefeiert. Gemäss BJ leiste er ‘einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung von Konflikten. Vor allem verzweifelte Eltern, die mit einer Massnahme konfrontiert seien, wünschten sich eine neutrale Beratung. Diese nicht-staatliche Anlaufstelle leistet einen wirksamen Beitrag zum Kindesschutz’. Eine solche Aussage macht die Dramatik der Lage klar: Gemäss oberster staatlicher Aufsichtsbehörde braucht es einen privaten Verein, der Kinder vor staatlichen Behörden schützen soll. Oder wie es ein Forist auf der Website des Schweizer Fernsehens ausdrückt: ‘Es braucht einen Verein, der uns vor einem Verein schützt, welcher uns eigentlich schützen sollte.’

Die politisch und juristisch Verantwortlichen sehen keinen Anlass, sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, wie man diesem System ein menschliches Antlitz geben könnte. Anstatt nur über Betroffene zu urteilen und die Urteile zu vollziehen (wenn dies denn gerade in die eigene Ideologie passt…) könnte man diese auch aktiv und nachhaltig in eine konsensuale Lösungsfindung einbetten. Dieser ‘Schutzverein’ ist nichts weiter als eine Echokammer der gegenwärtigen Machthaber, die für das Elend im Kindes- und Erwachsenenschutzwesen die volle Verantwortung tragen. Es sind immer die gleichen Leute, die sich ihre väterfeindliche Gesinnung in allen möglichen Facetten widerspiegeln, ohne sich um die Einstellungen und Erwartungen des Hauptharstes der Gesellschaft zu scheren. Der Beizug von Menschen, die sich durch ehrenamtliche Tätigkeit jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Behörden und ihren Klienten erarbeitet haben, steht deshalb nicht auf dem Programm. Die heutigen Machthaber bleiben lieber unter sich und leisten sich einen angeblichen Supermann als Aushängeschild dafür, dass man die armen Betroffenen ja sooo ernst nehme.

Unter solchen Umständen ist natürlich schwierig, sich Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Das von Fluri, KOKES und Co. aufgesetzte System erinnert an George Orwells Dystopie, wo der allmächtige Staat auch gleichzeitig die Opposition gegen sich selbst organisiert, um damit auch möglichen Abweichlern habhaft werden zu können.