Bücher zum Thema "Kinder"

Glückliche Scheidungskinder
Remo H. Largo, Monika Czernin
Kinder müssen nicht zwangsläufig unter der Scheidung ihrer Eltern leiden. Es gibt sie, die glücklichen Scheidungskinder. Die Autoren haben einen befreienden und gleichzeitig verantwortungsvollen Weg entworfen, wie Eltern mit den Auswirkungen ihrer Trennung umgehen und ihre Kinder ‑ auch in unterschiedlichen Lebensgemeinschaften ‑ glücklich aufwachsen lassen können. Anhand von Lebensgeschichten gehen sie auf die wichtigsten Fragen ein. Wie sagen wir es unseren Kindern? Kann es den Kindern gut gehen, wenn es den Eltern schlecht geht? Getrennt loben ‑ gemeinsam erziehen, geht das? Wie verhalten sich Kinder zu neuen Lebenspartnern? Die Autoren haben zwei Hauptanliegen: Die Befriedigung der Bedürfnisse der Kinder und die Unterstützung der Familien durch ein tragfähiges soziales Netz. Ob Eltern und Kinder unglücklich oder glücklich sind, bestimmen nicht die Trennung und Scheidung, sondern die Beziehungen und Lebensbedingungen danach.
Scheidung von den Kindern
Martin J. Davis
Auf der Suche nach Literatur zum Thema «Trennung von den Kindern» war ich in zürcherischen Buchhandlungen nicht erfolgreich. Dafür fand ich im Internet ein Buch von Martin J. Davis mit dem Titel «Scheidung von den Kindern; Betroffene Väter erzählen» (Triga/Verlag, Herzbachweg 2, D-65371 Gelnhausen, www.trigaverlag.de, ISBN 3-897-4-000-1). Dieses Buch, von einem Psychologen geschrieben, stellt in elf Fällen dar, was Väter fühlen und was in ihnen vorgeht, wenn sie von ihren Frauen mitsamt den Kindern verlassen werden, oder wenn sie sie verlassen oder verlassen müssen. Zudem legt der Autor die psychologischen Hintergründe dar, welche bei einer Trennung ablaufen. Beim Lesen des Buches fand ich in vielen der elf Fälle Ähnlichkeiten mit meiner eigenen Geschichte. Wenn man sich täglich mit den Kindern abgegeben hat, und dies dann durch die «ehelichen« Umstände nicht mehr in gleichem Masse, sondern nur noch in stark reduzierten Portionen möglich ist, kann dies beim Vater Minderwertigkeitsgefühle und Schuldgefühle hervorrufen. Dazu kommt dann noch die Aberkennung der elterlichen Sorge. Dieser Umstand wird in unserer Gesellschaft totgeschwiegen, ein eigentliches Tabu-Thema also. Solidarische Mitverantwortung der Väter bei Kinderbetreuung und Haushalt zählen im Streitfall nichts (mit Ausnahme der finanziellen Leistungen). Trotzdem erachtet es aber Martin J. Davis als sehr wichtig, dass Väter sich so viel wie möglich mit den Kindern abgeben, damit sie, wenn es dann zur Trennung kommt, eine gute Beziehung zu ihnen haben. Nur dadurch haben sie eine Chance, eine enge Bande zu den Kindern zu bilden. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn die Mutter die Kinder überredet oder sie sogar zwingt, die Beziehung zum Vater abzubrechen, und damit den fortdauernden Konflikt mit ihrem Ex-Partner über die Kinder austrägt. Leider kommt dies offenbar vor, und mindestens in Deutschland scheint die Behörde dann oft auch nicht auf der Seite der Kinder und Männer zu stehen. Die Fallbeispiele in diesem Buch zeichnen ein düsteres Bild. Es ist zu hoffen, dass die Gesellschaft diesem Thema vermehrte Beachtung schenkt. Martin J. Davis zeigt den Weg auf. Ivano Brunner
Eine Woche Mama, eine Woche Papa
Ina Kiesewetter, Petra Wagner
Alltags-Mama immer und Freizeit-Papa alle zwei Wochen samstags und sonntags? Immer mehr getrennt lebende Eltern nehmen von diesem Umgangsmodell Abschied. Weil sie erkennen: Kinder brauchen beide Elternteile, auch wenn die nicht mehr zusammen leben. Aber wie funktioniert das sogenannte Wechselmodell? Wie sieht der Alltag aus, wenn Kinder jede Woche einmal umziehen? Ina Kiesewetter und Petra Wagnerhaben mit vielen Kindern und Eltern gesprochen, die diese Lebensform praktizieren. Offen und freimütig erzählen Grundschulkinder, wie das ist, wenn bei Mama andere Regeln gelten als bei Papa. Mütter berichten, wie sie anfangs durchaus Schuldgefühle hatten, ihre Kinder tageweise nicht zu sehen, wie diese Schuldgefühle aber – mit der Zeit – längst nicht mehr so viel Raum einnehmen, „weil es meinen Kindern bei ihrem Vater auch gut geht“. Und Väter schildern, wie sie gleichberechtigt mit den Müttern die Verantwortung für ihre Kinder in Alltagsdingen übernehmen und schaffen. Jugendliche, die jahrelang im Wechselmodell groß wurden, halten Rückschau. Die Erlebnisse und Geschichten der Interviewpartner werden eingeordnet von Psychologinnen, einem Trennungsberater und einer Anwältin. Die Autorinnen zeigen auf, wie neue Sichtweisen plötzlich auch ganz neue Wege eröffnen – für eine neue Art der Elternbeziehung nach einer Trennung – zugunsten der Kinder. Das Fazit von Ina Kiesewetter und Petra Wagner: „Das Wechselmodell ist auf jeden Fall eine sinnvolle Alternative zum Regelumgangsmodell.“